Basilika Saint-Remi in Reims: Besuch, Grabmal und Glasfenster

126 Meter lang ist die Basilika Saint-Remi. Schauen Sie zunächst durch das Kirchenschiff, bevor Sie sich den Einzelheiten zuwenden: Auf die romanische Architektur folgt ein gotischer Chor mit dem Grabmal jenes Bischofs, der Chlodwig taufte. Darüber hängt eine große Lichterkrone. Die Ausstattung erzählt von Pilgerfahrten und von der Krönung der französischen Könige.

Der individuelle Besuch der Kirche ist kostenlos. Das benachbarte Museum Saint-Remi in der ehemaligen Abtei ist eine eigene Sehenswürdigkeit mit gesonderten Besuchsbedingungen. Für einen ersten Rundgang durch die Basilika reicht etwa eine halbe Stunde; für Glasfenster und Skulpturen können Sie sich mehr Zeit nehmen.

Praktische Hinweise für Ihren Besuch

OrientierungBesuchshinweis
AdressePlace Chanoine Ladame bei Rue Simon und Rue Saint-Julien, Reims
Individueller BesuchFreier Eintritt
BesuchsdauerDer Tourismusverband Marne nennt durchschnittlich 30 Minuten
ÖffnungszeitenFür den gewünschten Termin bei der Pfarrei oder Touristeninformation erfragen, besonders bei Gottesdiensten
Pfarrei Saint-Remi+33 3 26 85 31 20
Touristeninformation Reims+33 3 26 77 45 00
Fassade und zwei Türme der Basilika Saint-Remi in Reims
Fassade und zwei Türme der Basilika Saint-Remi in Reims. DAVID ILIFF · CC BY-SA 3.0.

Wenn Sie Ihren Tag eng planen, klären Sie die Öffnungszeiten vorher mit der Pfarrei. Eine ältere städtische Broschüre nennt saisonale Zeiten, die wir nicht als aktuellen Kalender für 2026 bestätigen konnten. Die praktischen Angaben wurden am 21. Oktober 2026 geprüft.

Für einen Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen fragen Sie ausdrücklich nach dem Zugang zur Kirche. Die Angaben zur Barrierefreiheit des Museums nebenan gelten nicht automatisch für die Basilika. Basilika auf OpenStreetMap anzeigen.

Worauf Sie in der Basilika achten können

Romanisches Kirchenschiff und gotischer Chor

Beginnen Sie mit dem Blick entlang des Kirchenschiffs. Seine romanische Struktur gehört zur Kirche des 11. Jahrhunderts. Im 12. Jahrhundert leitete Abt Pierre de Celles einen größeren Umbau ein: Der östliche Abschluss erhielt einen Chorumgang und einen Kranz von Kapellen um den Bereich der Reliquien.

Im Chor erkennen Sie vier übereinanderliegende Ebenen. Folgen Sie anschließend dem Umgang: Diese Anordnung nahm die Pilger auf, ohne dass deren Weg zu den Reliquien den gesamten Kirchenbetrieb unterbrechen musste. Auch die Fassade zwischen den beiden romanischen Türmen stammt aus der gotischen Bauphase. Die Basilika zeigt mehrere aufeinanderfolgende Umbauten.

Das Grabmal und die Figuren der Königskrönung

Das heutige Grabmal des heiligen Remigius, auf Französisch saint Remi, stammt von 1847. Ein Teil der umstehenden Statuen wurde von einem älteren Mausoleum übernommen. Dargestellt sind die Taufe Chlodwigs sowie die Pairs von Frankreich, die am Krönungszeremoniell mitwirkten.

Achten Sie auf die Gegenstände in den Händen der Figuren. Die städtische Broschüre nennt königliche Insignien, darunter die Krone und die Heilige Ampulle, das Gefäß aus der Überlieferung zur Salbung der Könige. Diese Attribute erklären die Verbindung zwischen dem Bischofsgrab und dem Königtum. Das Denkmal selbst entstand allerdings viel später als die dargestellten Ereignisse.

Die Lichterkrone

Am Übergang zwischen Kirchenschiff und Chor lohnt sich der Blick nach oben. Die aufgehängte Krone ist eine Nachbildung eines mittelalterlichen Vorbilds, das während der Französischen Revolution zerstört wurde. Ihre zwölf Türme und 96 Kerzen stehen für das himmlische Jerusalem und das traditionell überlieferte Lebensalter des Heiligen.

Das Bistum nennt einen Durchmesser von sechs Metern. Die Kerzen werden nach seinen Angaben am ersten Sonntag im Oktober im Anschluss an die Saint-Remi-Feierlichkeiten entzündet. Rechnen Sie bei einem gewöhnlichen Besuch also nicht mit einer täglichen Lichtvorführung. Auch unbeleuchtet lässt sich die Konstruktion betrachten.

Glasfenster, Bodenfliesen und Orgel

Suchen Sie im Chor nach den Glasfenstern aus dem 12. Jahrhundert. Sie zeigen Maria, Apostel und Gestalten der Kirchengeschichte von Reims. Im Kirchenschiff gibt es auch moderne Fenster: Die zwischen 1950 und 1980 entstandenen Arbeiten stammen aus der Werkstatt Simon-Marq.

Im linken Seitenschiff werden laut Stadtbroschüre Bodenfliesen aus der ehemaligen Abtei Saint-Nicaise gezeigt. Sie stellen Szenen des Alten Testaments dar. Die Abtei wurde während der Revolution zerstört; die Fliesen sind damit erhaltene Spuren eines weiteren bedeutenden Kirchenbaus von Reims.

Die heutige Orgel wurde von Bernard Cattiaux gebaut. Für ihren Standort im Kirchenschiff waren die Akustik und die Anforderungen des Denkmalschutzes maßgeblich. Möchten Sie das Instrument hören? Informieren Sie sich über Gottesdienste oder Konzerte. Bei einem normalen Rundgang ist eine musikalische Darbietung nicht garantiert.

Welche Rolle Saint-Remi in der Geschichte von Reims spielt

Remigius war der Bischof von Reims, der Chlodwig am Ende des 5. Jahrhunderts taufte. Nach seinem Tod zogen seine Reliquien Pilger an. Ein frühes Oratorium wurde vergrößert, im 8. Jahrhundert ließ sich eine benediktinische Gemeinschaft nieder, und im 11. Jahrhundert entstand die romanische Kirche.

Diese Abfolge ist entscheidend: Die heutige Basilika wurde Jahrhunderte nach der Taufe Chlodwigs gebaut. Ihre Verbindung zu ihm beruht auf Remigius und der Verehrung seiner Reliquien. Die späteren gotischen Umbauten reagierten auf den wachsenden Pilgerbetrieb und auf die Wege der Besucher um das Heiligtum.

Im Ersten Weltkrieg erlitt die Kirche schwere Schäden. Nach Brand und Zerstörungen stürzte 1919 die Südseite des Kirchenschiffs ein. Der Wiederaufbau dauerte mehrere Jahrzehnte und wurde laut Tourismusverband Marne 1958 abgeschlossen. Restaurierte Bereiche und neuere Glasfenster gehören deshalb ebenfalls zur Geschichte des Gebäudes.

1991 wurden die Kathedrale, die ehemalige Abtei Saint-Remi und das Palais du Tau gemeinsam in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Das Ensemble verdeutlicht ihre miteinander verbundenen Aufgaben in der Geschichte des französischen Königtums und der Krönung.

Die Heilige Ampulle: Legende und Krönungsritual

Basilika und Abtei sind mit der Sainte Ampoule, der Heiligen Ampulle, verbunden. Das Gefäß gehört zur Tradition der Salbung französischer Könige. Der Legende nach brachte eine Taube das heilige Salböl zur Taufe Chlodwigs. Die städtische Broschüre unterscheidet diese Erzählung von der Entwicklung des Kultes.

Die Ampulle wurde in der Abtei aufbewahrt und zur Krönung in die Kathedrale gebracht. Während der Französischen Revolution wurde sie zerbrochen. Erwarten Sie hier daher kein antikes Fläschchen, das seit Chlodwigs Taufe unversehrt erhalten geblieben wäre. Der Besuch erschließt das Grab des Heiligen, das Zeremoniell und die Gegenstände, die daran erinnern.

Mehr zum anderen großen Kirchenbau dieser Geschichte erfahren Sie im Artikel über die Baugeschichte der Kathedrale von Reims. Die Gebäude entstanden in unterschiedlichen Epochen; das Krönungsritual verband sie.

Basilika und Museum getrennt planen

Das Museum Saint-Remi befindet sich in der ehemaligen Abtei, 53 Rue Simon. Seine Sammlungen behandeln die Geschichte von Reims und der Region. Die Basilika ist dagegen weiterhin eine genutzte Kirche. Öffnungszeiten, Eintritt und Zugang zum Museum müssen Sie gesondert prüfen.

Bei einer halben Stunde Zeit können Sie sich auf die Kirche konzentrieren. Wenn Sie auch das Museum sehen möchten, planen Sie dafür einen eigenen Besuch ein. Unser Überblick zu den Sehenswürdigkeiten in Reims hilft Ihnen, Saint-Remi in einen längeren Aufenthalt einzubauen.

Gottesdienste und kirchliche Feiern haben Vorrang. Findet gerade eine Zeremonie statt, passen Sie Ihren Besuch an und wählen Sie für einen Rundgang gegebenenfalls einen anderen Zeitpunkt.

Häufige Fragen

Ja, der individuelle Besuch der Kirche wird als kostenlos angegeben. Führungen oder Audioguides sind gesonderte Angebote. Für das Museum Saint-Remi in der ehemaligen Abtei gelten eigene Besuchs- und Eintrittsbedingungen.

Aktuelle Besuchszeiten erfahren Sie bei der Pfarrei unter +33 3 26 85 31 20 oder bei der Touristeninformation unter +33 3 26 77 45 00. Saisonale Zeiten aus einer älteren Broschüre bestätigen die Öffnung für Ihren Termin nicht, insbesondere bei einer kirchlichen Feier.

Der Tourismusverband Marne nennt durchschnittlich 30 Minuten. Für eine eingehende Betrachtung von Grabmal, Glasfenstern und Ausstattung können Sie länger bleiben. Ein Museumsbesuch sollte zusätzlich geplant werden.

Die Verbindung entsteht durch Remigius, den Bischof, der ihn taufte. Die heutige Basilika entstand wesentlich später, ab dem 11. Jahrhundert, an einem Ort der Verehrung seiner Reliquien. Sie ist deshalb nicht das Gebäude, in dem Chlodwigs Taufe stattfand.

Das Bistum kündigt das Entzünden der Kerzen für den ersten Sonntag im Oktober zu den Saint-Remi-Feierlichkeiten an. Es handelt sich nicht um eine tägliche touristische Vorführung. Für diesen Anlass sollten Sie das Programm der Pfarrei prüfen.

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