Bibliothèque Carnegie in Reims: Art déco und Besuchszeiten
Die Bibliothèque Carnegie können Sie kostenlos und ohne Reservierung besichtigen. Die Adresse lautet 2 place Carnegie. Schmiedeeisen, Mosaike und Glasarbeiten machen das Gebäude zu einem lohnenden Ziel für alle, die sich für Art déco interessieren. Zugleich ist es eine aktive Studienbibliothek: Besonders im Lesesaal brauchen die Leser Ruhe.
Ein Blick auf die Architektur, eine Ausstellung und die Einsicht in seltene Dokumente sind unterschiedliche Besuchsformen. Für die geschützten Bestände müssen Sie vorab einen Antrag stellen.
Praktische Informationen
| Angabe | Besuchshinweis |
|---|---|
| Adresse | 2 place Carnegie, 51100 Reims |
| Selbstständige Besichtigung | Kostenlos, ohne Reservierung |
| Lesesaal | Ruhiger Arbeitsraum; Besuchergruppen mit höchstens fünf Personen |
| Reguläre Schließtage | Montag, Sonntag und französische Feiertage |
| Zugänglichkeit | Zugang für Personen mit eingeschränkter Mobilität laut Bibliothek; konkrete Anforderungen bitte mit dem Empfang klären |
| Telefon | +33 3 26 77 81 41 |
Die Angaben wurden am 28. Oktober 2026 beim Bibliotheksnetz geprüft. Für organisierte Gruppen und Führungen gelten eigene Bedingungen. Eine deutschsprachige Führung ist damit nicht zugesichert; fragen Sie bei der Reservierung nach der angebotenen Sprache.
Ein Neubau nach dem Ersten Weltkrieg
Die städtischen Sammlungen waren zuvor im Rathaus untergebracht. Beim Brand am 3. Mai 1917 ging etwa ein Drittel verloren. Besonders wertvolle Dokumente waren zum Teil bereits während des Krieges in Sicherheit gebracht worden.
Die Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden stellte 200.000 US-Dollar für eine neue Bibliothek bereit. Der Reimser Architekt Max Sainsaulieu entwarf den Bau; die Arbeiten dauerten von 1921 bis 1927. Am 10. Juni 1928 eröffneten Staatspräsident Gaston Doumergue und US-Botschafter Myron T. Herrick die Bibliothek.
Damit gehört Carnegie zur Geschichte des Wiederaufbaus von Reims. Die Gestaltung verbindet den Schutz der Sammlungen mit Räumen für das Publikum. Sainsaulieu plante neben dem Gebäude auch Details der Einrichtung und Dekoration.
Diese Art-déco-Details lohnen einen Blick
Eingangstür und Mosaike
Rauten, Kreise und kleine perlenartige Formen gliedern die schmiedeeiserne Eingangstür von Schwartz-Haumont. Die Mosaike im Eingangsbereich stammen von Auguste Biret. Dieses Ensemble erhielt bei der Internationalen Kunstgewerbeausstellung 1925 in Paris eine Goldmedaille, noch vor der Eröffnung der Bibliothek.
Die geometrischen Formen lassen sich im Inneren weiterverfolgen. Holz, Glas, Metall und Mosaike gehören zu einem gemeinsamen Entwurf, der auch das Mobiliar einbezieht.
Die Leuchte von Jacques Simon
Im Eingangssaal steht ein Brunnen aus grünem Marmor und Onyx unter einer großen Hängeleuchte von Jacques Simon. Achten Sie darauf, wie das Licht auf die Materialien rund um den Brunnen fällt.
Die Glasarbeiten von Jacques Gruber
Der Lesesaal besitzt drei seitliche Fenster und eine große verglaste Deckenfläche von Jacques Gruber. Er ist ein anderer Glaskünstler als Jacques Simon, der die Leuchte im Eingangssaal schuf.
Im Lesesaal wird weiterhin gearbeitet. Deshalb begrenzt die Bibliothek Besuchergruppen auf fünf Personen. Melden Sie sich mit einer größeren Gruppe am Empfang, um den Besuch abzustimmen.
Der alte Zettelkatalog
Im Katalograum sind die früheren Karteikarten erhalten. Seit der Umstellung auf einen elektronischen Katalog im Jahr 1996 werden keine neuen Karten mehr ergänzt. An den Möbeln und Karten lässt sich nachvollziehen, wie die Suche nach einem Buch vor dem Onlinekatalog funktionierte.
Wann ist Carnegie geöffnet?
Für die Ferienregelung zählt die französische Schulferienzone B. Ihre Termine stimmen nicht automatisch mit deutschen, österreichischen oder Schweizer Schulferien überein. Planen Sie außerdem die Mittagspause ein.
| Zeitraum | Öffnungszeiten |
|---|---|
| Außerhalb der Schulferien in Zone B | Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10–13 und 14–19 Uhr. Donnerstag: 14–19 Uhr. Samstag: 10–13 und 14–18 Uhr. |
| Während der Schulferien in Zone B | Dienstag, Mittwoch, Samstag: 10–13 und 14–18 Uhr. Donnerstag und Freitag: 14–18 Uhr. |
| Ganzjährig | Montag, Sonntag und Feiertage geschlossen. |
Stand: 28. Oktober 2026. Hinweise zu zusätzlichen Schließungen finden Sie bei den offiziellen Öffnungszeiten (Französisch). In den Ferien entfällt die Öffnung am Freitagvormittag, und die Bibliothek schließt spätestens um 18 Uhr.
Ausstellungen und historische Bestände
Vom 19. September 2026 bis 9. Januar 2027 zeigt Carnegie Reims révélée : la photographie rémoise des origines aux années 1920. Die Ausstellung behandelt frühe Fotografie in Reims. Selbstständige Besuche der historischen Ausstellungen sind nach Angaben der Bibliothek kostenlos und ohne Reservierung möglich; für kommentierte Veranstaltungen gelten gesonderte Regeln.
Insgesamt bewahrt das Haus ungefähr eine halbe Million Dokumente auf. Der halbkreisförmige hintere Gebäudeteil enthält Magazine auf fünf Ebenen. Diese Lagerbereiche gehören nicht zum frei zugänglichen Besichtigungsweg.
Für Handschriften, vor 1850 gedruckte Dokumente und Reservebestände ist eine vorherige Genehmigung nötig. Die Bibliothek nennt eine Antwortfrist von höchstens fünf Arbeitstagen. Bei Handschriften müssen Sie den Forschungszweck begründen; zur Einsicht ist ein Identitätsnachweis erforderlich. Für den gewöhnlichen Besuch des öffentlichen Gebäudes brauchen Sie keinen Bibliotheksausweis.
Weitere Ziele für Ihren Aufenthalt finden Sie in unserem Überblick zu den Sehenswürdigkeiten in Reims.





